Fachwissen über Holzbau

Sind Sie unsicher, ob Holz all Ihre Ansprüche an ein Gebäude zu erfüllen vermag? Lesen Sie hier, welche Vorteile Holz hat. Lassen Sie sich von diesem natürlichen Baustoff und der Renggli-Bauweise überzeugen.

1. Kann ein Holzhaus faulen?

Jahrhunderte alte Holzhäuser in unseren Bergen zeugen von der Langlebigkeit des natürlichen Baustoffs Holz. Das älteste Holzhaus der Schweiz besteht gar seit dem 12. Jahrhundert. Wichtigste Massnahme für die beinahe unbegrenzte Lebensdauer von Holzbauten ist die fachgerechte Ausführung der Konstruktion. In der modernen Holzbauweise ist die Konstruktion von Anfang an trocken. 

Wer sich nicht nur in der Konstruktion, sondern auch bei der Fassade für Holz entscheidet, ist ebenfalls gut beraten mit einer richtigen Planung und sauberen Ausführung der Details. Denn wichtig ist, dass das Holz die aufgenommene Feuchtigkeit wieder abgeben kann. Bei uns sind die Fassaden deshalb hinterlüftet und wir achten mit ausgeklügelten Details auf eine optimale Abführung des Regenwassers.

2. Haben Holzhäuser einen genügenden Brandschutz?

Brandschutz lässt sich mit der Stoppuhr messen. Gemäss der Vereinigung kantonaler Feuerversicherungen (VKF) muss eine Tragstruktur je nach Anforderung dem Feuer 30, 60 oder sogar 90 Minuten widerstehen. Holz kann das. 

Tatsächlich ist es so, dass sich Holz im Brandfall gut verhält. Denn es hat eine langsame, gleichmässige und berechenbare Abbrandgeschwindigkeit. Die Tragfähigkeit bzw. Stabilität ist im Brandfall lange gewährleistet. 

Für welche Bauart – ob Holzbau oder Massivbau – sich Bauherren und Investoren entscheiden: Das grösste Problem bei einem Brand ist meistens der giftige Rauch, der sich aufgrund der Inneneinrichtung (Kabel, Kunststoffe und Textilien aller Art) ausbreitet. 

Renggli-Gebäude entsprechen den offiziellen Schweizer Brandschutznormen der Vereinigung kantonaler Feuerversicherungen (VKF). Nach der neuesten Fassung werden Holzgebäude gleich wie andere Gebäude wie z.B. Stahlbetonbauten behandelt. Deshalb können Holzhäuser eine Höhe von 100 Metern erreichen und sogar Feuertreppen aus Holz sind zulässig. Unsere internen Experten entwickeln Brandschutzkonzepte und holen die Genehmigung von internationalen Aufsichtsbehörden ein.

3. Mit welchen Veränderungen muss ich bei Holzfassaden rechnen?

Unbehandelte Holzfassaden verändern sich und werden durch die Witterungseinflüsse grau. Holzfassaden können auch verschieden behandelt werden, z.B. mit einer Lasur, Farbe etc. Wenn Ihnen das nicht gefällt, lassen sich an einem Holzhaus anstelle einer Holzverkleidung andere Fassadenmaterialien wie Eternit-, Glas- oder Vollkernplatten montieren. Eine weitere Möglichkeit sind verputzte Wände – wie bei einem Massivbau mit Aussendämmung. 

Der Vorteil einer natürlichen Holzfassade ist, dass sie praktisch wartungsfrei ist. Alle anderen Fassadenarten, sei es behandeltes Holz, verputzte Aussendämmung, Eternit- oder Glasplatten, müssen allenfalls alle fünf bis zehn Jahre nachbehandelt werden.

4. Woher kommt das Holz, das Renggli verwendet?

Wir verwenden heimisches, FSC-zertifiziertes Holz (bzw. das europäische Pendant PEFC). Für die Holzrahmenbauweise setzen wir vor allem Fichtenholz ein. Bei Fassaden und Parkettböden verwenden wir – je nach Wunsch der Bauherrschaft – auch andere Hölzer wie Tannenholz aus dem Emmental. In wenigen Fällen möchte die Bauherrschaft exotische Holzarten. Wir achten dabei darauf, dass sie aus einer nachhaltigen Forstwirtschaft stammen.

5. Renggli verwendet Holz aus der Alpenregion. Passt sich das Material heissem und feuchtem Klima an?

Zum einen können die Experten von Renggli die Gebäude unterschiedlich gestalten, herstellen und montieren, um es an unterschiedliche Umwelt- und Klimabedingungen anzupassen. Zum anderen wird Holz als Baumaterial an heissen und feuchten Orten weltweit seit Jahren verwendet. Zum Beispiel hat die Nanyang Technology University in Singapur, wo ein typisch tropisches Klima mit reichlich Regen herrscht, ihr Stadion mit Holz gebaut.

6. Haben Holzhäuser einen genügenden Schallschutz?

Vom Schallschutz hängt ein wesentlicher Teil der Wohnqualität ab. Mit unseren Deckenkonstruktionen und den bewährten Brand-, Zwischenwand- und Fassadendetails erfüllen wir die erhöhten Anforderungen an den Schallschutz gemäss SIA-Norm 181. Selbst im schwierig dämmbaren tieffrequenten Trittschallbereich sind unsere Schallschutzwerte vergleichbar mit denen einer 25 cm dicken Stahlbetondecke. Bei mehrgeschossigen Objekten erarbeiten wir von Projekt zu Projekt eine passende Lösung mit unserem flexiblen Bausystem.

7. Sind Holzhäuser erdbeben- und taifunsicher?

Holz ist ein elastischeres Material als Beton, Ziegel und andere Baumaterialien. Es widersteht Erdbeben, Taifunen und anderen extremen Wetterbedingungen. Nicht nur in Europa, sondern auch in erdbeben- und taifungefährdeten Ländern und Regionen wie in Japan und Taiwan ist die gute Erdbeben- und Windbeständigkeit von Holzbauten anerkannt. In China wurden viele Holzgebäude erdbebensicher realisiert, so zum Beispiel in Wenchuan (Provinz Sichuan).

8. Stellen Renggli-Gebäude besondere Anforderungen an das Fundament?

Die Anforderungen für das Fundament variieren in Abhängigkeit von den geographischen und geologischen Bedingungen eines Projekts. Die standardisierte Lösung besteht darin, Stahlbeton zu verwenden, um ein ebenes Fundament zu schaffen. Nur an wenigen Orten mit rauen geologischen Bedingungen sind zusätzliche Massnahmen wie Pfählungen erforderlich. 

Generell stellen Renggli-Bauten keine besonderen Anforderungen an das Fundament. Da Holzbauten viel leichter sind als Beton/Eisen- und Stahlbauten, sind die Standards für ein Renggli-Gebäude einfacher zu erfüllen.

9. Holz lebt – gibt es dafür Risse in den Wänden?

Nein, unsere Übergänge zwischen Decken und Wänden haben einen millimeterbreiten Abstand. Durch diese sogenannte Schattenfuge entstehen keine Risse in den Bauteilanschlüssen. Zudem werden unsere Wände meist mit Glasfasertapete überzogen. Diese kann verschiedene Strukturen aufweisen und ist sehr strapazierfähig.

10. Haben Holzhäuser eine lange Lebensdauer?

Im Allgemeinen haben Holzgebäude die längste Lebensdauer unter allen Arten von Gebäuden. In Europa und Japan sind viele Holzgebäude, die vor hunderten von Jahren gebaut wurden, noch heute in Gebrauch. Die erwartete Lebensdauer des modernen Holzbaus und seiner eingebauten Technologien hängt stark von der Umwelt und der Investition des Kunden in Qualität und Dauerhaftigkeit ab. In der Schweiz haben Gebäude in der Regel eine Lebensdauer von mehr als 60 Jahren. Renggli folgt diesem hohen Anspruch und strebt nach nachhaltigen und massgeschneiderten Lösungen für seine Kunden. Darüber hinaus berät Renggli die Gebäudetechnik und plant Sanierungszyklen zur weiteren Verlängerung der Lebensdauer eines Gebäudes.

11. Wie schützt Renggli die Gebäude vor Schädlingen wie Termiten?

Renggli verwendet vorbehandeltes Holz für die Vorproduktion von Bauelementen. Ausgehend von der spezifischen äusseren Umgebung und möglichen Schädlingsarten, wählt Renggli die geeigneten Vorbehandlungsmethoden. In der Schweiz gibt es viele Holzbauten, die seit mehr als 400 Jahren natürlichen Bedingungen ausgesetzt sind, ohne von Schädlingen bedroht zu sein. Daher ist die Schädlingsbekämpfung für Holzgebäude kein Problem, solange eine richtige Behandlung durchgeführt wird.

12. Welche Produkte und Dienstleistungen bietet Renggli an, d.h. Montage vor Ort, Stromkabel, Wasserleitungen etc.?

Was Renggli bietet, ist viel mehr als nur ein Produkt. Stattdessen bietet Renggli den Kunden extrem energieeffiziente Holzhäuser und eine Reihe von gebäudebezogenen Dienstleistungen. Die Dienstleistungen umfassen Beratung, Vorprojekte, Machbarkeitsstudien sowie architektonische Planung, Konstruktion, Fertigung, Transport und Montage der Holzbauten vor Ort.

Leerrohre für Elektrokabel und Wasserleitungen sind in den Elementen integriert. Kabel und Leitungen können bei der Montage vor Ort einfach in die Kanäle eingelegt werden. Daher müssen die Kunden viele Entscheidungen zusammen mit Architekten und Ingenieuren in der Anfangsphase jedes Projekts treffen.

13. Wie lange muss Renggli ein Projekt realisieren?

Die Baugenehmigung ist in der Regel das entscheidende Element eines Bauprojekts, doch sie stützt sich in hohem Masse auf die Regulierungssysteme in jedem Land. 

Renggli kann durch die Vorfertigung von Bauteilen und der effizienten Montage vor Ort Projektzeit einsparen. Ausserdem kann Renggli durch die Optimierung des gesamten Prozesses weitere Zeit sparen. So hat Renggli in den Jahren 2013 bis 2015 das Freilager Zürich realisiert, die damals grössten Schweizer Holzbauten. Dieses Projekt besteht aus drei 6-stöckigen Wohngebäuden mit insgesamt 187 Zimmern. Die Gebäude sind 70, 90 bzw. 100 Meter lang, 18 Meter breit und 20 Meter hoch. Die Produktionszeit im Renggli-Werk für die drei Gebäude betrug fast ein Jahr. Wobei Prozesse koordiniert und parallel durchgeführt wurden. Während der Vorfertigung der Gebäude Nummer zwei und drei, war unser Montageteam bereits daran, das Gebäude Nummer eins aufzurichten. Das Projekt Freilager Zürich wurde als Minergie-P-Eco-Gebäude zertifiziert.

Langhäuser vom Freilager Zürich
Langhäuser vom Freilager Zürich
Foto: Zeljko Gataric, Zürich

14. Welche Kundendienstleistungen, z.B. Gewährleistungsfristen, erbringt Renggli?

Als Familienunternehmen, gegründet 1923, sind Qualität und Service sowie After-Sales-Service wichtige Faktoren, die Renggli zu einer bekannten Marke mit guten Ruf im Schweizer Markt gemacht haben. In der Regel beträgt die Gewährleistungsfrist 2 Jahre und bei versteckten Mängeln 5 Jahre. Die spezifischen Bedingungen werden bei jedem Projekt vertraglich festgelegt.